Dialog über die Zukunft der inklusiven Bildung – Netzwerk der CDU NRW im intensiven Austausch mit der GEW Nordrhein-Westfalen

„Zuhören. Verstehen. Inklusion gestalten“-Tour

Wie gelingt eine Schule, die allen Kindern gerecht wird? Welche Voraussetzungen braucht erfolgreiche Inklusion? Und wie können Lehrkräfte, Schulleitungen und Schülerinnen und Schüler besser unterstützt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Netzwerk für Menschen mit Behinderung der CDU Nordrhein-Westfalen im Rahmen seiner landesweiten Dialogtour „Zuhören. Verstehen. Inklusion gestalten.“ bei einem ausführlichen Fachgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Nordrhein-Westfalen.

Die Dialogtour verfolgt ein klares Ziel: den direkten Austausch mit den Menschen, die Inklusion und Teilhabe täglich gestalten. Statt ausschließlich über Bildungspolitik zu sprechen, möchte das Netzwerk die Erfahrungen aus der Praxis aufnehmen und in konkrete politische Ideen für Nordrhein-Westfalen einfließen lassen.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuellen Herausforderungen des nordrhein-westfälischen Bildungssystems. Diskutiert wurden unter anderem die Umsetzung der schulischen Inklusion, der zunehmende Lehrkräftemangel, die Entwicklung an Förder- und Regelschulen, die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften sowie die Frage, welche strukturellen Voraussetzungen notwendig sind, damit jedes Kind die bestmögliche Förderung erhält. Auch internationale Entwicklungen – insbesondere Erfahrungen aus Schweden – wurden angesprochen und sollen künftig gemeinsam weiter ausgewertet werden.

Inklusion braucht gute Rahmenbedingungen

Für Benjamin Daniel Thomas, Vorsitzender des Netzwerks für Menschen mit Behinderung der CDU Nordrhein-Westfalen, hat das Gespräch erneut gezeigt, dass erfolgreiche Inklusion nur gelingen kann, wenn politische Entscheidungen auf den Erfahrungen der Menschen basieren, die täglich Verantwortung in den Schulen übernehmen.

„Inklusion ist weit mehr als eine bildungspolitische Debatte. Sie entscheidet darüber, ob Kinder und Jugendliche die gleichen Chancen auf Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben erhalten. Deshalb müssen wir denjenigen zuhören, die jeden Tag Verantwortung in unseren Schulen übernehmen.“

Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, ideologische Positionen gegeneinander auszuspielen.

„Unser Anspruch ist es nicht, bestehende Positionen zu bestätigen oder zu widerlegen. Unser Anspruch ist es, zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen und daraus verantwortungsvolle Politik zu entwickeln. Genau dafür steht unsere Tour ‘Zuhören. Verstehen. Inklusion gestalten.’“

Herausforderungen offen benennen

Im Verlauf des Gesprächs wurde deutlich, dass Schulen in Nordrhein-Westfalen vor erheblichen Herausforderungen stehen. Steigende Schülerzahlen, zunehmende Heterogenität in den Klassen, ein anhaltender Fachkräftemangel sowie wachsende Anforderungen an Lehrkräfte prägen vielerorts den Schulalltag. Gleichzeitig besteht Einigkeit darüber, dass gute Bildung und Teilhabe nur gelingen können, wenn die notwendigen personellen, räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden.

Benjamin Daniel Thomas erklärte hierzu:

„Inklusion darf niemals bedeuten, Menschen mit Behinderung und die Beschäftigten im Bildungssystem allein zu lassen. Wer Inklusion ernst meint, muss auch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Nur dann wird aus einem politischen Anspruch gelebte Realität.“

Dialog als Grundlage guter Politik

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs zwischen Politik, Wissenschaft, Gewerkschaften, Verbänden und den Menschen vor Ort.

Gerade bei einem so komplexen Thema wie Bildung seien unterschiedliche Sichtweisen kein Hindernis, sondern eine Chance für bessere politische Entscheidungen.

„Demokratie lebt vom Austausch unterschiedlicher Meinungen. Gerade dort, wo Menschen unterschiedliche Erfahrungen mitbringen, entstehen oft die besten Ideen. Deshalb suchen wir bewusst das Gespräch mit Organisationen, Verbänden und Institutionen unterschiedlichster Perspektiven.“

Blick über die Landesgrenzen

Ein besonderer Aspekt des Gesprächs war auch der Blick auf internationale Entwicklungen. Gemeinsam wurde vereinbart, den Austausch über Erfahrungen anderer Länder fortzusetzen und erfolgreiche wie auch weniger erfolgreiche Entwicklungen gemeinsam auszuwerten.

„Wir müssen den Mut haben, auch über den Tellerrand hinauszuschauen. Andere Länder machen nicht alles besser – aber wir können von ihren Erfahrungen lernen. Gute Politik zeichnet sich dadurch aus, dass sie erfolgreiche Ansätze übernimmt und Fehlentwicklungen vermeidet.“

Dialog wird fortgesetzt

Das Netzwerk für Menschen mit Behinderung der CDU Nordrhein-Westfalen wird die Erkenntnisse aus dem Gespräch in seine weitere politische Arbeit einfließen lassen. Gleichzeitig soll der begonnene Austausch mit der GEW Nordrhein-Westfalen fortgesetzt und vertieft werden.

Zum Abschluss des Treffens bedankte sich Benjamin Daniel Thomas ausdrücklich für die Offenheit des Gesprächs:

„Ich danke der GEW Nordrhein-Westfalen herzlich für den offenen, konstruktiven und vertrauensvollen Austausch. Auch wenn wir nicht jede Frage identisch bewerten, verbindet uns das gemeinsame Ziel, die Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen weiter zu verbessern. Genau dieser respektvolle Dialog ist die Grundlage verantwortungsvoller Politik.“

Mit ihrer Tour „Zuhören. Verstehen. Inklusion gestalten.“ besucht das Netzwerk für Menschen mit Behinderung der CDU Nordrhein-Westfalen in den kommenden Monaten weitere Verbände, Selbstvertretungsorganisationen, Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und soziale Träger in Nordrhein-Westfalen sowie in den europäischen Nachbarländern. Ziel ist es, Impulse aus der Praxis aufzunehmen, voneinander zu lernen und gemeinsam konkrete Lösungen für eine inklusive Gesellschaft zu entwickeln.